Der Klimakochtopf beim Saatgutfestival 2026

Was heißt denn eigentlich Klimakochtopf?

Zum einen geht es um regionale und saisonale Gemüse. Gehört oder gelesen hat das fast jede*r schon Mal. Warum haben die Regionalität und Saison einen Einfluss auf unser Klima? Ganz einfach erklärt: Tomaten wachsen nicht im Winter. Sie wachsen nur bei Wärme und viel Sonne. Frische Tomaten, Gurken oder auch Zucchini kommen im Winter entweder aus dem Gewächshaus oder werden aus wärmeren Länder eingeflogen. Beides belastet durch den damit verbundenen CO2-Ausstoß unsere Klimabilanz. Und beides verbraucht sehr viel Energie, die wir besser für anderes verwenden.

Heimisches Wintergemüse – wie einige Kohlsorten und Salate – kann noch bei Frost geerntet werden dder eignet sich – wie Möhren, Rüben, Kübrise und Kohlköpfe – durch seine feste Struktur gut zum Einlagern. Dieses Gemüsesorten erzeugen während ihrer Produktion und beim Transport weniger CO2 und sind daher klimafreundlicher. 

Der zweite Aspekt des Klimakochtopfes ist eine Ausrichtung an pflanzenbasierter Ernährung. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für eine ausgewogenen, gesunde Ernährung fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Eine Portion entspricht dabei einer gut gehäuften und vollen Hand. Aus Untersuchungen weiß man, dass das nur etwa 13% der Deutschen schaffen. Wir tun also unserer Gesundheit was Gutes, wenn wir mehr Gemüse essen. 

Und leider produziert die Erzeugung von Fleisch und Milchprodukten auch sehr viel CO2. Selbst wenn wir heute den kompletten Straßenverkehr stoppen würden, werden wir die Pariser Klimaziele nicht erreichen können, wenn unsere Fleisch- und Milchproduktion auf dem aktuellen Niveau bleibt. Der Bereich Ernährung spielt eine sehr große Rolle dabei. Mehr Gemüse reduziert also auch den CO2-Ausstoß aus dem Bereich Ernährung und hilft so unserem Klima. 

Alles was sich wie „Verzicht“ anfühlt, wird auf Dauer keine Fans gewinnen. Essen soll ja aber gut schmecken und Spaß machen. Mit ihren Klimakochtopfaktionen zeigt Xenia vom Stadtgarten daher schon seit vielen Jahren, wie man das Klima retten und gleichzeitig richtig lecker und mit Freude essen kann. Rezepte wie der Selleriedöner überzeugen sogar knallharte Selleriehasser – unter anderem ihren eigenen Mann 😉

Beim Saatgutfestival wurden wieder fast 300 Probierportionen an die Besuchenden ausgegeben. Besonders toll war, dass dieses Jahr viele Kinder unter den Testern waren. Die haben sich ganz unverzagt an Waffeln aus Roter Bete und Selleriepommes gewagt. Und ihre Eltern waren total erstaunt, mit wieviel Genuss das sonst unbeliebte Gemüse gegessen wurde. 

Die Rezepte:

Wer noch neugieriger geworden ist – Im Stadtgarten gibt es jedes Jahr Kochkurse. 2026 zu folgenden Themen:

26. April – How to fall in Love with Tofu

17. Mai – How to fall in Love with Tempeh

12. Juli – Cook the Rainbow

2. August – BBQ-Party

13. September – Chili my Love – es wird scharf!

Anmeldung unter xenia@bluepingu.org.